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Auf dem Weg zum „Limeseum“
Das kleinste Römermuseum in Deutschland?

   
 

 

   
 

Wir vermuten es mal, wenn wir von einem ausdrücklich dafür konzipierten Museum, nicht von Teilsammlungen in größerem Rahmen ausgehen dürfen. Auch der räumliche Umfang legt die Vermutung nahe. Die Rede ist vom Römerparkmuseum in Weiltingen, das schon jetzt unter diesem Namen firmiert, weil es später einmal in das geplante Museum am Römerpark selbst, das „Limeseum“, eingebracht werden soll. Es lohnt sich aber, einstweilen das kleinere, bescheiden, aber mit großer Fachkunde konzipierte Museum in Weiltingen zu besuchen, gleichsam als eine erste Einführung in das, was einmal ein paar Kilometer weiter am Römerkastell gezeigt werden soll. Vielleicht auch nur aus Respekt vor so viel fachlichem und ehrenamtlichem Engagement, das dieses Minimuseum verwirklicht hat und für ein interessiertes Publikum unterhält. Auch die drei Kommunen Weiltingen, Wittelshofen und Gerolfingen haben sich ihrer kulturellen Verantwortung gestellt. Fachlich betreut wird das Museum von den Archäologen Dr. Matthias Pausch und Edgar Weinlich, die hauptamtlich für Konzeption und Verwirklichung der Kastellanlage und ihres Umfelds zuständig sind.
Man findet das Museum im Rathaus von Weiltingen. 1960 avancierte das Gebäude von einem ehemaligen herrschaftlichen Getreidespeicher, später einer Turnhalle zu einem Gemeindezentrum, in dessen Erdgeschoss im Oktober 2004 die Abteilung Römerpark Ruffenhofen Platz fand. Auf den Römerpark weist vorausschauend das Emblem über dem Eingang hin. Womit das Museum außerdem als Ausstellungszeichen werben kann, ist eine römische Gemme mit einer Abbildung aus der Gründungssage Roms: Die Wölfin säugt die Zwillinge Romulus und Remus.

Absicht und Verwirklichung

Anliegen des Museums ist, wir zitieren die Internet-Seite, „über moderne Methoden der Archäologie, wie Luftbildarchäologie und geophysikalische Methoden, und über römisches Leben zu informieren“. Dazu dienen höchst instruktive, auf große Stoffbahnen gedruckte Texte, die wohl auch in ähnlicher Form im späteren Museum ihren Dienst tun werden. Ein großes, sehr anschauliches Poster am Eingang zeigt den Grenzverlauf des Limes im Landkreis Ansbach von Mönchsroth bis Dambach, Dennenlohe und Kleinlellenfeld und die Einordnung des Ruffenhofener Kastells in diesen Bereich. Dies wiederum ist ein kleiner Teilbereich des insgesamt über 500 km langen Limes vom Rhein bis zur Donau, seit 2005 Weltkulturerbe. Den Weg vom Kleinen zum Großen, vom Weiltinger Haus ins neue am Römerpark, wird auch das Modell des Kastells gehen, das im Maßstab 1: 100 im Museum zu sehen ist, hergestellt von der therapeutischen Modellbau-Werkstatt des Therapiezentrums Schloss Cronheim. Im Maßstab 1:10 ist es am Römerparkgelände im Entstehen. Schließlich kann man an einer großen Leinwand per Mausklick einen Rundgang durch das römische Kastellgelände machen. Im späteren neuen Museum sollen Modell und virtueller Rundgang um Teile der Zivilsiedlung ergänzt werden. Zurück aber zu dem oben skizzierten eigentlichen Anliegen des Weiltinger Vorläufer-Museums. Fünf Vitrinen zeigen Funde zu verschiedenen Themen. Es sind Lesefunde privater Sammler, fast ausschließlich aus Ruffenhofen. Sie sollen die Ausstellungstexte ergänzen. Römische Haushaltsware in feinster Keramik, der terra sigillata, zeigt eine der Vitrinen; in einer anderen sieht man militärische Kleinfunde, Würfel und Spielsteine aus Tierknochen zur Freizeitgestaltung der Soldaten. Dann wieder werden römische Baumaterialien vorgeführt, z.B. für die antike Fußbodenheizung, den Hypokaust. Zu Totenkult und Grabbeigaben werden Funde aus dem Brandgrab von Geilsheim gezeigt, wo sich ein römischer Gutshof befand, der das Kastell versorgte. Sicher keine aufregenden Funde wie anderswo sind da zu sehen, eher Kleinigkeiten, aber so toll ausgestellt, als wären es Bedeutendheiten. Führungsblätter ergänzen die Textfahnen, besonders interessant und für realistische Einschätzung wertvoll eine Dokumentation zum Blättern zu antiken Währungssystemen und Preisgestaltungen (Was kostete es beispielsweise, wenn man sich mit einer Statue verewigen wollte?). Hin und wieder bietet das Museum kleinere Sonderausstellungen an, z.B. im Jahr 2008 eine Präsentation auf großen Tafeln mit dem Thema „Römisches auf Briefmarken“, sicher etwas ganz Seltenes. Für 2010 ist eine Ausstellung mit privaten Sammlerfunden geplant.
Zwei weitere Vitrinen gleich am Eingang. Sie zeigen römisches Leben einmal ganz anders, nämlich mit Playmobil-Figuren, ein Geschenk der Firma Playmobil. Damit kommen wir zu einem weiteren Anliegen des Museums, der Museumspädagogik. Kinder werden nicht nur in besonderen Führungen in die Thematik eingeführt, sie können auch in verschiedener Weise Römer spielen. Führungen können gebucht werden (Tel. 09854-9799242) zu römischem Schmuck, zu römischen Spielen, Mosaiken und zu einem „Scherbenpuzzle“. Am kleinen „Museums-Shop“ finden Kinder wie Erwachsene interessante Angebote, Literatur sowohl wie auch Bastelbögen, Münzrepliken und so einige Accessoires.
Aus drei Gründen können wir den Besuch des Weiltinger Museums wärmstens empfehlen: Es bietet eine „sanfte“ Einführung in das, was später, erweitert mit den Magazinbeständen, im Museum am Römerpark zu sehen sein wird. Die Ausstellung ist überschaubar. Schließlich: Sie verdient Wertschätzung für das in kleinem Rahmen Geschaffene. Und überhaupt: Es lohnt sich ganz einfach!

Öffnungszeiten: Do 9.00 bis 12.00 Uhr, So 13.00 bis 17.00 Uhr, im Winter zeitweise geschlossen; Eintrittspreise € 2,00, ermäßigt € 1,00; eingeschlossen im Preis sind das Heimatmuseum gegenüber und der idyllische „mittelalterliche Kräutergarten“ am Schlossgraben.


   
   
 
 
 
 
   
 
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