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>>> Entdeckt

 
 

Geheimtipp oder längst bekannt?

 

 

Eine Krippenlandschaft in Dinkelsbühl

 

 
 

 

 

Vielen längst bekannt, uns aber nicht; wir genossen die vermeintliche Entdeckerfreude und geben das Entdeckte weiter an alle, für die es noch neu ist. Immerhin waren wir ein paar Tage vor dem Fernsehen da, und wenn wir Glück haben, lesen Sie unseren Bericht vor dem Sendetermin im Bayrischen Fernsehen. Die Rede ist von der großen Krippe im Hause Wendl in der Josef-Greiner-Str. 8. Schon der erste Blick auf die 17 m² große Krippenlandschaft im Wintergarten des Hauses ist begeisternd. Wer sich in alle Einzelheiten vertieft, braucht Zeit und wird bei mehrmaligen Besuchen immer wieder scheinbar Neues entdecken, was längst dazu gehörte.
Der lang gehegte Wunsch nach einer Weihnachtskrippe begann ausgerechnet bei sommerlicher Hitze im Garten sich zu realisieren. "Ich hätte gern eine Krippe", so Helmut Wendl, und "Ich baue sie dir", so der Schwiegervater. Dann stand unter dem Christbaum das erste Krippenhaus mit Plastikfiguren. Schon dieses musste spätestens an Silvester aus Raumgründen in den glücklicherweise kurz vorher angebauten Wintergarten ausweichen. Dort war dann auch Platz für vier Häuser neben der Weihnachtskrippe in der mit Liebe zum Detail gestalteten Landschaft. Jedes Jahr kamen weitere hinzu, inzwischen sind es elf geworden, anfangs noch vom Schwiegervater hergestellt. Sie sind aus verschiedenem Holz "erbaut", immer wieder etwas anders "so, wie sie mir gefallen haben" in einem harmonischen "Mischstil", der den "Prototyp" noch erkennen lässt. Dieser bildet noch immer den Mittelpunkt mit der Geburtsszene, über der ein Stern aus eigener Fertigung leuchtet. Die Figuren – es sind inzwischen über 200 – wurden in Südtirol gekauft; die Schnitzer-Werkstatt befindet sich im Grödner Tal. Handgefertigt aus vorgefrästem Holz, passen sie maßstabgerecht zu den "Immobilien" aus Wendlscher Produktion. Aus dieser stammen auch die vielen, in Feinarbeit gebastelten Ausstattungsstücke "profaner" Art: bäuerliche Geräte, Leiterwagen, Brunnen, Taubenhäuser, Schäferkarren und vieles mehr. Auf dem Wäscheplatz Waschbottich mit Waschbrett; für die zum Trocknen aufgehängten Wäschestücke und die Mehlsäcke im Haus daneben durfte Frau Wendl mithelfen.

Immer wieder Neues

Oft in den 19 Jahren des Bestehens der Krippe gab es auch für Wendls neue Entdeckungen. Als die Beleuchtung eingebaut war, konnte der Blick durchs Fenster der Häuser nicht ins Leere gehen; Tisch und Geschirr für die Wohnstube mussten her. Solches Puppengeschirr in Miniaturformat musste allerdings gekauft werden. Für die Landschaft galt es Moos und bunte Flechten zu sammeln, Steine und Sand zusammenzusuchen, Baumrinde für die Felsenlandschaft im Hintergrund aus dem Wald zu holen.
Acht Wochen dauert jedes Jahr der Aufbau der Krippe, weitere gut acht Wochen vom 1. Advent bis Maria Lichtmess bleibt sie im Wintergarten, "dann ist wieder Ruhe". Sorgfältig werden alle Teile verpackt und gelagert, Holz und Figuren im Dachboden, Sand und Steine im Keller, das Moos im Garten, wo es zur Wiederverwendung besonders gepflegt wird.
Zum Schluss ein Trost für uns Unkundige, als die wir uns oben erklärt haben: "Viele wissen Bescheid, haben die Krippe aber noch gar nicht gesehen; da geht niemand so einfach in ein privates Haus", sagt uns Helmut Wendl. Aber gerade dazu laden er und seine Frau ein. Nur um telefonischen Anruf vorher wird gebeten. Vorerst kann man aber in der Fernsehsendung "Wir in Bayern" irgendwann vor Weihnachten einen ersten Eindruck gewinnen.

Durch Vermittlung eines ehemaligen Mitglieds unserer Redaktion bekamen wir "ein etwas anderes" Weihnachtsgedicht in die Hände. Wir wollen es unseren Lesern nicht vorenhalten. Auf Anfrage gab es die Autorin zum Abdruck in unserem Dezemberheft frei.

 

Du fragst mich jedes Jahr nach Weihnachten......

Du fragst mich nach Weihnachten jedes Jahr,
nach den Geschenken
und wie das Wetter war?

Ob Marie ihre herrliche Gans serviert?
Und wie der Weihnachtsbaum dekoriert?

Und natürlich auch,
ob die Kinder da waren?
Nach unserem schrecklichen Streit vor zwei Jahren.

Du fragst mich nach Weihnachten jedes Jahr
Ob es etwas Besonderes war?

Doch wir haben es diesmal anders gemacht
Und einfach nur an uns beide gedacht
Bei Kerzenschein vor dem Fenster gesessen
Und abends ein paar Brote gegessen
Und später noch
Uns etwas vorgelesen
Es ist einfach wundervoll gewesen!

So kam es,
dass Weihnachten dieses Jahr
ein wirklich großes Fest für uns war.

Cornelia Freifrau von Eyb


   
   
 
 
 
 
   
 
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